Fernes Land - Kapitel 2
by ~miholKapitel 2 Fernes Land
Man hatte mir aufgetragen, mich an den Rand der Klippe zu begeben. Da ich derjenige gewesen war, der die Fremden als erstes erblickt hatte, gewährte man mir den Status eines Berichterstatters. So stand ich nun am Rand der weißen Klippen und schaute zu den fliegenden Felsen. Diese waren schon seit jeher ein gern besuchtes Ausflugsziel gewesen. Beim Anblick dieser sanften Giganten und ihrer rauen Schönheit beruhigten sich immer wieder schlagartig die Gemüter. Im Durchmesser umfasste ein herkömmlicher Felsen etwa 350 Meter, wobei manche von ihnen sogar mehr als 750 Meter maßen. Die keilförmigen Felsen schwebten inmitten eines Wolkenmeeres, was das Bild nur noch mehr zu einem einzigen Schauspiel werden ließ. Mal tauchte ein Schwarm von Wolken auf, teilte sich, tanzte um das Felsgestein, löste sich in noch kleinere Wolken auf und verband sich dann wieder mit anderen, um sich auf der Rückseite der Felsen wie ein großer weißer Freund an einen dieser sanften Kolosse anzuschmiegen und dann gemächlich wieder im Schwarm der Wolkenarmee einzutauchen. Wären wir in der Lage gewesen, zu nur einem der Kolosse überzusetzen, hätten wir schon so manche Brücke geschlagen und uns der paradiesischen Schönheit und Anmut vor Ort erfreut. Doch die Entfernung war einfach zu groß und uns fehlten die notwendigen technischen Mittel, um die enormen Distanzen problemlos überwinden zu können. Der wunderschöne Anblick tröstete aber immer wieder darüber hinweg, dass die Felsen für jedermann und alle Zeiten unerreicht bleiben würden. Auf vielen der Plateaus wuchsen über das gesamte Jahr hinweg grüne Pflanzen oder Bäume und einige waren übersät mit saftig grünen Wiesen. Dieses Farbenspiel von leuchtendem Grün und dem kargen, braunen Gestein gemeinsam mit den schneeweißen Wolken sowie einem ewig strahlend blauem Himmel entfachte in uns das Gefühl göttlicher Eleganz, die bislang von keinem Naturschauspiel zu übertreffen gewesen war. In diesem Areal herrschten seltsamerweise auch keine Jahreszeiten, die Einfluss auf die Vegetation nehmen könnten. Selbst die kleinen Schneeflocken schienen sich davon frei zu machen. Und so herrschte hier oben ein mildes Klima, das einem frischen Frühlingstag bei klarem Sonnenschein zusammen mit samtweichem, angenehm kühlenden Schnee glich.
Eine sanfte Brise zupfte an meinem Haar und ich war dankbar über diese ungebetene Geste des Windes. So konnte ich ungehindert die prachtvolle Aussicht bewundern, die vor mir lag. Zorn keimte in mir auf als ich die ersten Fremdkörper an einem der Felsen erspähte. Bis vor wenigen Stunden war dieses Naturphänomen fliegender Felsgiganten noch Teil unserer Welt gewesen. Und nun hatten sich die Fremden, von denen wir weder wussten, woher sie kamen, noch ihre Absichten erahnen konnten, auch dort niedergelassen. Mein Zorn vermischte sich mit Verzweiflung, da ich bereits mit ansehen musste, wie sich die Fremden zunächst im Tal niedergelassen hatten. Mir stand nicht der Sinn danach, dem Treiben der Felsen und Wolken staunend und voller Ehrfurcht zu folgen. Denn nun lagen die Fremden dort mit ihren schwebenden Behausungen ringsum am Felsgestein vor Anker und gaben keine Lebenszeichen von sich. Es schien fast so, als warteten sie darauf, dass wir den ersten Schritt unternahmen. Einen Augenblick lang keimte in mir das Gefühl der Verachtung auf und formte sich zu einer vagen Vorahnung herrschsüchtiger Arroganz. Welche Absichten verfolgten die Fremden? Mussten wir damit rechnen, schon bald einer fremden Macht zum Opfer zu fallen, die uns überlegen war? Oder hatten wir nichts zu befürchten und waren all unsere Sorgen unbegründet?
Meine Gedanken wurden jäh unterbrochen als ein Schatten mein sonnengetränktes Gesicht abkühlte. Vor mir senkte sich gemächlich einer der großen Felsriesen von oben herab und festes, scharfkantiges Gestein streifte meinen Blick. Dicht wachsende grüne Sträucher zogen an mir vorbei und verschwanden unter mir. Als ich meinen Kopf hob, konnte ich den mit Gras bewachsenen Rand des Plateaus erkennen, welcher mir jeden Augenblick freie Sicht aus nächster Nähe auf das gewähren würde, was ich bisher nur aus weiter Ferne erahnen konnte.





















in diesen schwebenden häusern (hab mir die 2 bilder angeschaut) würd ich auch gern wohnen, die mischung von natürlichem umfeld und kleinen mengen an technologie/magie gefällt mir
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it doesn't matter whether your eyes are open or closed,
when you've already decided what you are going to see.
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Wollte die Geschichte erst selber weiterschreiben. Jetzt suche ich aber nach fähigen Autoren, die das übernehmen. Ich bin einfach kein richtiger Schriftsteller... jedenfalls denke ich das von mir.
Ja, die schwebenden Häuser wären mal ne längst überfällige architektonische Realisierung wert. :-D